Tischtennis in Los Angeles

Mit Los Angeles wird man zuletzt Tischtennis in Verbindung bringen. Trotzdem habe ich in mein Sabbatical an der UCLA meinen Schläger mitgenommen. In den USA spielt sich im Sport viel an den Universitäten ab, in einigen Sportarten nutzen die Sportler die Unimeisterschaften als Sprungbrett zu einer der Profiligen, vor allem im Football oder Basketball. In der ersten Woche habe ich mich daher gleich im Unisport angemeldet und beim ersten Trainingsbesuch ohne Satzverlust ein internes Turnier gewonnen. Das zeigt aber auch schon das nicht allzu hohe Niveau dort und etwas überraschend für mich hat sich dann kürzlich das lokale Team für die nationale Endrunde qualifiziert. Mein Finalgegner hat mich dann auf den Westside Table Tennis Club verwiesen, welcher von einem vor mehr als 30 Jahren ausgewanderten Schweizer, Diego Schaaf, präsidiert wird. Die Organisation des Spiel- und Trainingsbetriebs ist schon etwas anders als in Europa. Meisterschaftsspiele gibt es ebenso wenig wie Mitgliederbeiträge. Für jeden Besuch zahlt man 10 $ und am Samstag 20 h beginnt das wöchentliche Turnier, an dem jeder teilnehmen kann. Meist wird die Vorrunde in 4er oder 5er Gruppen gespielt, die ersten beiden qualifizieren sich für die K.O.-Runde. Das Finale beginnt dann in der Regel gegen Mitternacht. Ich habe nun viermal mit unterschiedlichem Erfolg teilgenommen. Beim ersten Mal hat mich im Achtelfinale eine junge Chinesin mit ihrer Penholder-Rückhand weggeblockt. Beim zweiten und dritten Besuch erreichte ich jeweils das Finale, welches ich immer klar (1:3, 0:3) gegen Kyle Morgenroth verlor, der von einer ehemaligen chinesischen Spitzenspielerin und US-Olympiateilnehmerin trainiert wurde. Kyle hat mit seiner starken Rückhand bestimmt NLC oder sogar NLB-Niveau. Einmal führte der Weg ins Finale über Ariel, welcher vor längerer Zeit in Genf mit Nenad Stevanovic in einer Mannschaft gespielt hatte und damals B15 klassiert war. Bei der bislang letzten Teilnahme traf ich im Halbfinale auf die ehemalige japanische Kaderspielerin Satoko Hayashi. Ich war an diesem Abend der einzige, der ihr einen Satz abnehmen konnte. Da war ich schon etwas stolz, zumal Kyle gegen Satoko nicht einmal in die Nähe eines Satzgewinns kam. Ihr Spiel (und BTW auch ihr Äusseres ;-)) ist schon beeindruckend. So passierte es öfters, dass einer meiner besseren VH- Topspins durch sie hart und für mich unerreichbar geblockt oder einfach abgeschossen wurde. Wer sich ein Bild über das Top-Niveau machen will kann die wöchentlichen Finalvideos auf Youtube  oder Facebook  ansehen.

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